Klassische Homöopathie

Die Homöopathie versteht sich als Regulationstherapie, die die natürlichen Selbstheilungskräfte des Körpers gezielt anregt. Sie arbeitet phänomenologisch, indem sie Symptome im Gesamtzusammenhang betrachtet und individuelle Muster erkennt. So entsteht eine sanfte, ganzheitliche Unterstützung auf körperlicher und emotionaler Ebene.

Therapeutischer Ansatz

Die Homöopathie arbeitet mit sorgfältig ausgewählten Einzelmitteln, die präzise auf das individuelle Beschwerdebild abgestimmt werden. Grundlage ist eine ausführliche Anamnese, in der körperliche, emotionale und biografische Aspekte gleichermaßen betrachtet werden. So entsteht eine maßgeschneiderte, sanfte Regulation, die den Menschen in seiner Gesamtheit unterstützt.

Wie wirkt Homöopathie?

Homöopathie wirkt, indem sie nach dem Ähnlichkeitsprinzip „similia similibus curentur“ die körpereigenen Regulationsmechanismen anregt und funktionelle Dysbalancen ausgleicht. Individuell ausgewählte Einzelmittel unterstützen so gezielt die natürlichen Selbstheilungsprozesse.

Wirkungsfelder und Indikationen

Zu den häufigen Anwendungsfeldern zählen Belastungs- und Stresssymptome, Schlafstörungen, Erschöpfungszustände, vegetative Beschwerden wie Herzrasen, Schwindel oder innere Unruhe sowie wiederkehrende Infektneigungen. Auch bei Verdauungsbeschwerden, Hautreaktionen, allergischen Symptomen, hormonellen Schwankungen, Menstruations- oder Wechseljahrsbeschwerden sowie chronischen Schmerzmustern kann sie begleitend unterstützen. Ebenso wird sie oft bei Ängsten, emotionalen Belastungssituationen, Spannungszuständen oder während der Rekonvaleszenz genutzt – stets individuell abgestimmt und ohne Heilversprechen.

Die Homöopathie wird häufig als ergänzende Methode zur schulmedizinischen Behandlung eingesetzt und richtet sich vor allem an funktionelle Beschwerden und regulative Ungleichgewichte. Sie kann besonders dann unterstützen, wenn Stress, innere Anspannung oder wiederkehrende Beschwerdemuster das Wohlbefinden beeinflussen.

Diese regulativen Ansätze lassen sich in unterschiedlichen Beschwerdebereichen anwenden:

  • Chronischen Krankheiten
  • Autoimmunerkrankungen (Morbus Hashimoto)
  • Erkrankungen des Atemsystems (Asthma, spastische Bronchitis)
  • Herzkreislauferkrankungen (Hypertonie, Herzrhythmusstörungen)
  • Allergien
  • Beschwerden des rheumatischen Formenkreises
  • Migräne / Kopfschmerzen / Neuralgien
  • Stoffwechselerkrankungen, wie Diabetes u.a.
  • Multiple Sklerose
  • Polyneuropathie
  • ALS, Epilepsie
  • Colitis ulcerosa, Morbus Chrohn
  • Myome und Polypen, sowie andere Frauenleiden
  • Kinderwunsch
  • Verhaltensauffälligkeiten und -störungen bei Kindern
  • Depressionen, Burn-out-Syndrom
  • Psoriasis und weitere Hauterkrankungen
  • Zustände nach Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Probleme des Herz-Kreislaufsystems
  • Tinnitus und Morbus Meniere
  • und weitere Erkrankungen, die hier nicht aufgeführt sein können.

Therapeutischer Ablauf

1

Ausführliche Erstanamnese

Zu Beginn werden Symptome, Krankheitsverlauf, körperliche und emotionale Faktoren sowie konstitutionelle Merkmale umfassend erhoben.

2

Repertorisation

Die gesammelten Symptome werden systematisch im Repertorium ausgewertet, um passende Mittelgruppen zu identifizieren und die Auswahl zu präzisieren.

3

Analyse und Mittelwahl

Auf Grundlage der Repertorisation und der individuellen Gesamtsymptomatik wird das homöopathische Einzelmittel ausgewählt, das nach dem Ähnlichkeitsprinzip am besten passt.

4

Gabe des Mittels

Das Mittel wird in geeigneter Potenz und Dosierung verordnet, abgestimmt auf Beschwerdebild und Reaktionslage.

5

Beobachtung der Reaktion

In den folgenden Tagen oder Wochen wird die körperliche und emotionale Reaktion sorgfältig beobachtet.

6

Folgekonsultationen und Anpassung

Bei weiteren Terminen wird der Verlauf beurteilt, und Mittel, Potenz oder Einnahmeabstände werden – je nach Regulation – individuell angepasst.

Preise & Termine

Termine sind ausschließlich nach individueller Vereinbarung möglich, damit ausreichend Zeit für eine sorgfältige und persönliche Begleitung bleibt.

Erstanamnese

Ausführliches Erstgespräch, Erhebung der Gesamtsymptomatik,
Repertorisation und Mittelwahl.

Dauer ca. 90 Minuten.
180 €

Follow-up

Verlaufskontrolle, Bewertung der Reaktion, Anpassung des Mittels oder der Dosierung.

Dauer je nach Bedarf.
50 € / 30 Minuten

Häufig gestellte Fragen

Warum unterscheidet die klassische Homöopathie akut und chronische Erkrankungen?

Die klassische Homöopathie unterscheidet zwischen akuten und chronischen Erkrankungen, weil sich Dynamik, Tiefe und therapeutische Anforderungen deutlich unterscheiden. Akute Beschwerden verlaufen meist schnell, klar umrissen und reagieren oft zeitnah auf ein passend gewähltes Einzelmittel. Chronische Erkrankungen hingegen sind komplexer, bestehen über längere Zeit und erfordern eine umfassendere Anamnese, eine differenzierte Mittelwahl und eine engere Verlaufsbeobachtung. Diese Unterscheidung ermöglicht eine gezielte, der jeweiligen Situation angemessene Regulation.

Was unterscheidet die klassische Homöopathie von Komplexmitteln?

Die klassische Homöopathie arbeitet mit einem einzigen, individuell ausgewählten Einzelmittel, das möglichst genau zum gesamten Beschwerdebild passt. Komplexmittel hingegen enthalten mehrere homöopathische Mittel in Kombination, die auf typische Symptomgruppen abzielen, jedoch nicht auf die individuelle Gesamtsymptomatik abgestimmt sind. Während die klassische Homöopathie präzise und personenzentriert reguliert, wirken Komplexmittel eher breiter, aber weniger spezifisch.

Wie lange dauert es, bis ein Mittel wirkt?

Wie schnell ein homöopathisches Mittel wirkt, hängt vom individuellen Beschwerdebild, der Tiefe des Prozesses und der Regulationsfähigkeit des Organismus ab. Manche Menschen spüren eine Veränderung bereits nach kurzer Zeit, bei chronischen oder länger bestehenden Beschwerden kann der Prozess mehrere Tage bis Wochen dauern. Entscheidend ist dabei weniger die Geschwindigkeit als eine stabile, nachhaltige Regulation.

Was ist eine Erstreaktion?
Eine Erstreaktion ist eine vorübergehende Veränderung nach der Einnahme eines homöopathischen Mittels, meist in Form einer kurzzeitigen Symptomverstärkung oder einer deutlichen körperlichen oder emotionalen Reaktion. Sie zeigt an, dass der Organismus auf das Mittel reagiert und Regulationsprozesse angestoßen werden. In der Regel klingt eine Erstreaktion von selbst ab und wird im weiteren Therapieverlauf berücksichtigt.
Wie läuft eine Erstanamnese ab?
Eine homöopathische Erstanamnese besteht aus einem ausführlichen Gespräch, in dem körperliche Beschwerden, deren Verlauf, emotionale Aspekte, Lebensumstände und biografische Einflüsse detailliert erfasst werden. Ziel ist es, ein umfassendes Gesamtbild zu gewinnen, das über einzelne Symptome hinausgeht. Auf dieser Grundlage können individuelle Muster erkannt und die Auswahl eines möglichst passenden Einzelmittels vorbereitet werden.
Warum dauert die Erstanamnese so lange?

Die Erstanamnese dauert länger, weil die Homöopathie das gesamte Beschwerdebild erfasst – körperlich, emotional und funktionell. Nur durch dieses umfassende Bild lassen sich individuelle Muster, Zusammenhänge und Regulationshinweise erkennen. So entsteht die Basis, um ein möglichst passendes Einzelmittel auszuwählen, das gezielt die körpereigenen Prozesse unterstützt.

Können homöopathische Mittel neben der Schulmedizin eingenommen werden?

Ja, homöopathische Mittel können in der Regel begleitend zur schulmedizinischen Behandlung eingenommen werden. Sie ersetzen jedoch keine medizinisch notwendige Therapie, sondern wirken komplementär und orientieren sich an funktionellen und regulativen Prozessen. Wichtig ist eine fachkundige Begleitung, um Wechselwirkungen im therapeutischen Verlauf gut einschätzen zu können – auch wenn homöopathische Mittel selbst meist gut verträglich sind.

Gibt es Nebenwirkungen?
Homöopathische Mittel sind in der Regel sehr gut verträglich, da sie in potenzierter Form eingesetzt werden. Nebenwirkungen im klassischen Sinne treten selten auf; gelegentlich kann es jedoch zu vorübergehenden Erstreaktionen kommen, bei denen bestehende Symptome kurzzeitig stärker wahrgenommen werden. Diese Reaktionen gelten als Zeichen einer einsetzenden Regulation und klingen meist von selbst wieder ab.
Was ist das Ähnlichkeitsprinzip?
Das Ähnlichkeitsprinzip ist das zentrale Grundprinzip der Homöopathie und lautet „similia similibus curentur“ – Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden. Dabei wird ein Mittel gewählt, das in seiner Wirkung möglichst ähnlich zu den individuellen Symptomen des Patienten ist. Durch diese gezielte Ähnlichkeit sollen die körpereigenen Regulationsmechanismen angeregt und funktionelle Ungleichgewichte ausgeglichen werden.
Warum wird nur ein Einzelmittel eingesetzt?
Die klassische Homöopathie betrachtet den Menschen ganzheitlich und sucht ein Mittel, das zum gesamten Beschwerdebild passt – nicht nur zu einzelnen Symptomen. Ein einziges, umfassend ausgewähltes Mittel soll die körpereigenen Regulationsprozesse gezielt anstoßen, statt mehrere Mittel wie Bausteine zu kombinieren.
Können Kinder und Schwangere behandelt werden?
Ja, das ist möglich, jedoch angepasst und unter fachkundiger Begleitung.

Der erste Schritt zu mehr Klarheit über Ihre Situation

Die klassische Homöopathie setzt auf eine individuelle Betrachtung. In einer Erstanamnese können wir gemeinsam prüfen, ob diese Form der Therapie Sie sinnvoll unterstützen kann.